Das zweite Bier

eine geschichte die einfach nur dazu da ist die sinnlichkeit des wartens zu beschreiben. wir menschen sind immer darauf fixiert im streben nach mehr glück die zeit zu ignoriern. Doch was passiert wenn wir dazu verdammt sind zu warten. wird dann das erhoffte uns jemals begegnen?

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Dein Herz

Nichts hat dir verraten, dass heute ein anderer Tag als sonst ist. Es war ein ganz gewöhnlicher Tag, den du in deinem Büro verlebt hast. Ein paar Briefe, die üblichen Texte, für die du schon deine Sammlung an Textbausteinen bereit hattest. Preise zu drücken fällt dir lange schon nicht mehr schwer, du bist darin sehr geübt. Die übliche Arbeit, das übliche, schnell hineingestopfte Essen, die üblichen Gespräche mit deinen Kollegen über Autos, Handys und Computer. Die üblichen zwei Stunden Mehrarbeit, von Nichts kommt Nichts.

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Dein leichenwagen

Du mensch mit dem abglanz des todes auf deinem antlitz, mit deiner faust voll wahnsinn und deinem kopf voller traumgespinnst! Du niemals zahlen wollender fahrgast im karussell der spiralarme einer unermesslichen galaxie, du erdbewohner mit deiner zerschlagenen, brennenden behausung, du ungeduldig harrender in der alles zermalmenden maschinerie, du wartegeist, du bückgeist, du ungeist — wenn du ohren hast zum hören, dann höre:

Du krampf, du selbst, du fleischige narzisse! Dein warmer kopf verheisst dir fieberträumende ewigkeiten, und du schaffst dir neblige gottheiten aus denkdunst, geld und technik. Nenn dein eigenes geschöpf den schöpfer, setze dich auf den lügenthron deiner herrlichkeit, sing lauter das jubellied des fortschritts, du narr!

Denn es bleibt stumm, wenn du zu deinem gott rufst, um dich damit zum gott zu machen. Stumm wie der erstickte schrei aus deiner hoffnungslos hoffenden seele. Stumm wie das schweigen der mampfenden, alles konsumierenden massen, in denen du mit deinem irrlicht leuchtturm spielen willst. Stumm wie die mühlsteine der zeit, die als kalte maschine den staub mahlen, aus dem deinesgleichen gemacht ist. Lausche doch nur einmal dem wohlklang der stille, der realität, du sekundenwesen!

Du eifernder hausierer der todesangst, der verlorenen lebenslust, der gier und der nichtsigen schwingen empor! Du hämmernd schmied der schweren ketten für die seele! Du gläubiger mit deinen notleidenden, selbst geschriebenen wechseln! Da ist kein wärmendes vaterherz erbaut aus deiner hirngeborenen macht und herrlichkeit. Da bist nur du selbst. Da ist nur hier. Da ist nur jetzt. Und du bist hier allein mit deinem unendlichen kindischen stolz, nur manchmal abgelenkt und unterhalten und zum schein etwas wacher. Einsam, verlassen und verkauft und doch rosaglittrig träumend im brennenden bett. Du und dein gieriges rauchopfer von schwarzöl, erdpech und ausbrennenden atomen. Es stinkt zum himmel, wenn du alles um dich herum zur asche machst für deinen gott aus geld.

Und das einzige licht, welches den rauchigen nebel zwischen dir und der dunklen ungewissheit des immer wieder morgen durchdringt, es ist die gleißende nebelschlussleuchte eines leichenwagens, dem du voller hoffnung folgst.