10.09.2009 Welt-Suizid-Präventionstag 2009
Welt-Suizid-Präventionstag 2009
Der Welt-Suizid-Präventionstag am 10. September fördert weltweit das Engagement und die Aktivitäten in der Suizidprävention. Durchschnittlich nehmen sich täglich nahezu 3000 Menschen das Leben. Auf jeden vollzogenen Suizid kommen mindestens 20 Suizidversuche.
Zuhören ist cool!
Keiner stirbt gerne:
suizidpraevention-hildesheim.de/
freunde fürs Leben
WSPD
mit diesem Thema beschäftigt sich die Ausstellung in der Lutherkirche, die jewls. Vormittags und Nachmittags auch morgen noch für jeden zugänglich ist.
Es ist eine kleine Ausstellung, die mit kurzen Beiträgen, Aha-Effkten kleinen Hörspielen, die Betrachter die Thematik Suizid bewusstwerden lässt und unterbreitet sehr konkrete und einfache Methoden zur Prävention
Obwohl die auf den ersten Blick eher unscheinbare Ausstellung eine leichte Wirkung von einem Schülerprojekt hat, erschließt sich spätesten schon bei dem zweiten angehefteten Beitrag dem Betrachter die Würze und Notwendigkeit bis zum bitteren alle Beiträge durch zu lesen. Dabei merkt man wie schnell man zwischen Betroffenheit, Widererkennen, Ablehnung und Gleichgültigkeit hinundher schwankt, bis zum schluss, je nach dem man sich die Hörspiele zu gemüte führt, von einem Bedauern seines Herzen überrumpelt wird.
Dankt des sehr umfangreichen etwas abseits stehenden Info-Tisch, bleibt dann doch nach dieser Ausstellung das Gefühl, wenn alle Stricke reißen, div. Anlaufstellen. Für sich und andere.
Zuhören ist cool,
Wegsehen ist tödlich!
Empfelenswert für jeden.
Das Leben geht gerne weiter.
Liebe Grüße eure Mira
Kategorie Allgemein, Leben, Live dabei, Persönliches, Rückblick, Schwarze Szene, Urlaubsalternative mit Geist, Veranstaltung, Video, last dance | 0 Kommentare »
Wie Kunst bei YouTube verschwindet
Mein kleiner YouTube-Kanal liegt ja weitgehend brach, ich veröffentliche dort nur in seltenen Ausnahmefällen etwas. Das meiste sind kleine, gerenderte Videos, die oft nicht mehr sind als technische Experimente, seltsame Kunst, skurrile Wahnbilder, unmögliche Lebewesen oder dadaistische Direktdeutungen deutscher Wörter wie etwa beim Wort „Mondbahn“. Kurz: Es handelt sich vor allem um Kunst, die ich irgendwann einmal am Computer erstellt habe. Es gibt Menschen, denen so etwas gefällt, und es gibt Menschen, denen so etwas nicht gefällt. Nicht zu erwarten ist allerdings, dass jemand ein Problem damit haben könnte.
Eines dieser kleinen Werke wurde gestern von YouTube entfernt. Dies geschah unter Bezugnahme auf die Community-Richtlinen von YouTube, gegen die ich angeblich mit diesem Video verstoßen hätte. Dies ging einher mit dem recht drastischen Hinweis, dass bei einem weiteren Verstoß mein Konto gesperrt würde.
Nun, ich habe diese Richtlinien daraufhin genau gelesen und mir überlegt, gegen welche ich wohl verstoßen haben könnte. Das Video war nicht einmal ansatzweise sexuell, geschweige denn pornografisch. Es zeigte keine Misshandlung eines Tieres, keinen Drogengebrauch und schon gar nicht eine Anleitung zum Bau einer Bombe, und es hat auch nicht zu so etwas aufgefordert. Keine Gewalt und keine schockierenden Bilder. Es wurde von mir selbst gerendet und verletzt kein fremdes Urheberrecht, nicht einmal in Ansätzen. Es enthielt auch keine sexistische, rassistische oder in anderer Weise menschenverachtende Hassrede, zumal ich so etwas gar nicht überzeugend hinbekäme. Ich verband damit kein rücksichtsloses Verhalten, ich gab niemandes Daten preis, bedrohte niemanden, verletzte keine Privatsphäre. Und Spam war es auch nicht. Übrigens: Wenn ich einmal durch die bildvollen und geistleeren virtuellen Hallen bei YouTube wandele, denn sehe ich dort fast alles, was in diesen hier kurz angedeuteten Richtlinien völlig sinnvollerweise unterbunden werden soll, vor allem sehe ich Verletzungen des Urheberrechtes. Ich mache so etwas nicht, und zwar niemals — was ich bei YouTube hochlade, ist von mir selbst oder ich habe den Rechteinhaber (meist Frank) um Erlaubnis gefragt.
Es war einfach nur ein kleines Kunstwerk. Mehr nicht. Es war eines dieser Videos, die jene Menschen langweilig finden müssen, die nach Unterhaltung suchen. Es zeigte nur eine einzige Szene, ohne jeden Ton dazu. Es zeigte eine im Wind flatternde Flagge. Diese Flagge hatte in der Farbgebung eine beabsichtigte Ähnlichkeit zur Flagge des Deutschen Reiches unter der Diktatur Adolf Hitlers, allerdings habe ich die Swastika gegen ein anderes, in seiner „Ästhetik“ verblüffend ähnliches Symbol ausgetauscht, um dieses Symbol auf diese Weise satirisch zu verfremden und damit etwas offensichtlich zu machen. Wie das ausgesehen hat, kann man dem folgenden Standbild entnehmen:

Der satirische Charakter und die zu seiner Erzielung angewendeten Stilmittel sollten aus diesem einen Bild heraus völlig offensichtlich sein. Die Verfremdung einer allzu vertrauten grafischen Gestaltung aus der für viele Menschen sehr bedrückenden Wirklichkeit der heutigen Bundesrepublik Deutschland, die durch eine andere Farbgebung satirisch offen gelegte Ähnlichkeit einer Ikonografie, die für die staatliche Bundesanstalt für Arbeit erstellt wurde, mit einer Ikonografie, die sich mit einem finsteren, unmenschlichen, barbarischen und mörderischen Zeitabschnitt der deutschen Geschichte verbindet, sie lag dabei völlig in meiner künstlerischen Absicht. Dass ich dies mit dem gedanklichen Hintergrund getan habe, dass es in der Verherrlichung der Arbeit um jeden Preis eine in meinen Augen ungesunde Kontinuität in Deutschland gibt und dass ich die jüngeren Entwicklungen der Arbeitsmarktpolitk, insbesondere den unter einer rot-grünen Regierung geschaffenen, staatlich subventionierten Arbeitsmarkt für nicht-existenzsichernde Elendsarbeit im Zustand der größtmöglichen Abhängigkeit von behördlicher Willkür, auf diesem Hintergrund sehr kritisch sehe, wird — meiner Meinung nach — wohl jedem Denkenden beim Betrachten des Werkes selbst auffallen und bedarf keiner weiteren Erläuterung. Es ist dies ein Werk, das sich eigentlich nicht falsch interpretieren lässt; es lässt aber — wie jedes Werk — sehr wohl zu, dass sich ein Mensch daran reibt, dass er nicht damit einverstanden ist, dass er es kritisieren will, dass er es ob seiner Schärfe relativieren will. Ja, es kann sogar auf dem durchscheinenden Hintergrund als völlig geschmacklos, zynisch und widerwärtig verworfen werden, sonst wäre es ja auch keine gute Satire.
Ich habe dafür durchaus Verständnis. Kein Verständnis habe ich hingegen dafür, dass dieses Werk von YouTube — übrigens, nachdem es dort weit über ein Jahr lang weit gehend unbeachtet in einem praktisch unbekannten Kanal herumlag — unter Verweis auf Community-Richtlinien gelöscht wurde, an deren Kriterien gemessen schlicht nichts daran auszusetzen ist. Es handelt sich um einen Akt der Willkür. Und mir bleibt angesichts dieses Aktes der Willkür, über dessen Begründung ich neben dem Verweis auf die „Community-Richtlinien“ keine weitere Information erhalten habe und zu dem ich keinerlei Möglichkeit einer eigenen Stellungnahme habe, nur eine einzige Interpretation: Es ist für die gegenwärtigen Betreiber von YouTube (das ist Google) völlig unerwünscht, dass sich jemand künstlerisch mit gegenwärtigen gesellschaftlichen Themen auseinandersetzt, und wo dieses doch einmal geschieht, wird dieser Ausdruck eines Menschen unterdrückt. Stattdessen sollen auf YouTube leicht verdauliche und unterhaltsame Inhalte präsentiert werden, selbst, wenn sich dieser Vorgang mit systematischen Verletzungen des Urheberrechtes verbindet — denn diese Form der „Kreativität“ passt wohl besser zum geschäftlichen Ziel, über eingeblendete Werbung Profit zu erzielen. Wer bei YouTube ein Video einstellt, sollte dies wissen und in Betracht ziehen, dass seine Inhalte einfach willkürlich entfernt werden können.
Ich betrachte diese Sperrung meines Videos auf YouTube jetzt als Bestandteil des Werkes — zeigt sie doch, dass auch die jetzige Gesellschaft über Strukturen verfügt, die gewisse Formen der Kommunikation gewaltsam unterdrücken. Gerade dadurch zeigt sich, wie groß der wahre Kern in der Satire wirklich war.
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Konkrete Poesie
Dieses Video habe ich vor einigen Jahren für eine Whitedarkness gemacht. Es wurde im Rahmen einer Klangvernissage präsentiert, bei der wir einen DVD-Player zum Abspielen der einzelnen Tracks verwendeten. Bei den meisten Stücken wurde nur eine einfache Texttafel mit dem Namen des Künstlers und dem Titel des Werkes sichtbar, während ein wandernder Balken einen Anhaltspunkt gab, wie lange dieses Stück noch laufen wird. (Einen Eindruck dieser Präsentationsform kann man beim Anfang des Videos zum Manifest der hannoverschen Schule bekommen.) Meine Stücke liefen inmitten dieses recht langen Blocks, und bei einigen dieser Stücke wurden zur Überraschung des Publikums auch „richtige“ Videos eingeblendet. Das inhaltliche Niveau dieser Videos reichte von Dada bis „ambitioniert“, aber es war gerade das Video zu „Konkrete Poesie“, welches bei den meisten Besuchern den tiefsten Eindruck hinterließ, wie mir in den anschließenden Gesprächen zugetragen wurde.
YouTube-Direktlink auf Konkrete Poesie
Da ich gerade einen kleinen Rückblick auf die letzten Jahre meines Schaffens begonnen habe — manchmal muss man eben auch zur Besinnung kommen — drängt es mich, ein paar Worte zu diesem Video zu schreiben, von dessen Wirkung ich selbst überrascht wurde.
Kategorie Musik, Video | 0 Kommentare »
Der Angstraum: Ein Rück- und Einblick
Aus meiner Sicht: Endlich war es einmal wieder eine Whitedarkness mit einem richtigen Werk, das von den Besuchern erlebt und erfahren werden kann!
Für jene, die dieses Ereignis verpasst haben, mag der hier veröffentlichte Ausschnitt aus der Videoinstallation „Angstraum“ von Frank und mir einen Eindruck der Installation geben. Natürlich fehlt hier die Gesamtheit der Installation, es fehlt der dunkle Raum, in dem diese Bilder zur Geltung kommen; und auch die Klanglandschaften waren für diesen speziellen Raum „gebaut“ und kamen darin erst richtig zur Geltung. Das Unbehagen wurde wohl für jeden greifbar, der sich längere Zeit in diesem Raum aufgehalten hat.
Kategorie Rückblick, Video | 1 Kommentar »
Videos der Werbelesung
Ich habe aus der Videoaufnahme meiner Werbelesung einmal ein paar Ausschnitte für euch vorbereitet. Für euch, die ihr da wart, damit ihr es nochmal hören könnt, und für natürlich auch für euch, die nicht da wart.
Natürlich ist diese Aufbereitung nicht vollständig, es handelt sich nur um Ausschnitte aus einem größeren Zusammenhang. Trotz der Auswahl sind manchmal Rückbezüge auf vorherige Themen enthalten. Das Gesamtkonzept in meiner Vorlesung wird in meinem Skript zur Vorlesung recht deutlich.
Kategorie Rückblick, Video | 3 Kommentare »