Bei der letzten Whitedarkness habe ich zum ersten Mal bemerkt, dass es eine gute Idee sein kann, das normale Konzept einer Lesung zu durchbrechen.
Das Problem bei einer "normalen Lesung" ist die Situation der Darbietung. Ein Lesender sitzt vorne in der Bütt und liest vom Papier ab - ich bin da immer froh, wenn ich mich nicht allzusehr verhaspele. Das Publikum sitzt davor und nimmt diese Darbietung entgegen. Diese ganze Situation ist recht frontal, erinnert an die lustlosen Momente in der Schule und ist selbst bei interessierten Zuhörern eine gewisse Probe ihrer Aufnahmefähigkeit.
Wenn sich eine solche Lesung in die Länge zieht, wenn sie sich über mehr als eine halbe Stunde erstreckt, und wenn der Lesende nicht gerade einen guten Tag hat, macht sich Langeweile breit, wo doch eigentlich Lust sein sollte.
Darüber hinaus habe ich das Problem, dass die meisten meiner lyrischen Texte niemals geschrieben wurden, um verlesen zu werden. Vor allem die neueren sind voll von Stolperwörtern, Satzungetümen, Sprachmissbräuchen und anderen Formen des in Sprache verpackten Wahnsinns, der den manifesten Wahnsinn reflektiert, der mir jeden Tag auf der Straße begegnet.
Deshalb beahsichtige ich, eine etwas andere Form der "Lesung" auszuprobieren. Es geht mir weniger um den Vortrag von Lyrik (obwohl ich gewiss Lyrik einflechten werde), sondern um eine im Großen und Ganzen eher improvisierte Form des Vortragens an Hand einer Liste von Stichpunkten. Diese gesamte "Lesung" möchte ich dem Thema "Werbung" widmen, weil es sich hierbei um eine gemeinsame Erfahrung aller Menschen handelt. Diese Lesung möchte ich gern unterstützen mit Ton- und Videoeinspielungen (wenn ich dazu komme: auch mit eigener Musik), und ich beabsichtige auch, die Zuhörer in ganz anderer Weise einzubeziehen, da ja wirklich jeder jeden Tag der Werbung begegnet und etwas dazu beitragen kann.
Die Vorbereitung einer solchen Form der Lesung wird sehr aufwändig, da ich eine Menge Material sichten und aufbereiten muss. Auch muss ich die Toneinspielungen und Videoschnipsel vorbereiten. Wahrscheinlich werde ich in den nächsten Tagen damit anfangen, mir über eine Gliederung über diese etwa einstündige Performance Gedanken zu machen, diese Gliederung werde ich dann in eine Computer-Präsentation umsetzen, die nach und nach um das Material erweitert wird.
Für diese Form der Aufführung brauche ich
- Einen Computer am Projektor und natürlich am Mixer,
- Zwei Mikrofone (ein zweites, um es eventuell durchs Publikum gehen zu lassen),
- Eventuell ein wenig Lichttechnik,
- und ein bisschen Hilfe...
Die Präsentation werde ich mit OpenOffice erstellen. Der Computer sollte also mindestens ein PII mit etwa 450 Megahertzchen sein - und eine Soundkarte muss natürlich auch rein. Im Zweifelsfall würde ich meine Zicke nehmen.
Das erscehint mir alles nicht über die Maßen problematisch. Aber es gibt da so ein anderes Problem. Die Vorbereitung wird mich schätzungsweise drei Wochen kosten, und das meint drei Wochen Arbeit. Da ich keine Möglichkeit habe, das Fernsehprogramm aufzuzeichen, wäre es nett, wenn andere für mich typische Werbung der heutigen Zeit aufzeichnen könnten und mir nach Möglichkeit in digitaler Form (als sinnvoll benannte MPEG-Dateien auf eine CD gebrannt) zur Verfügung stellen könnten.
Na Frank, hast du es mitbekommen...
Aber auch die Hilfe von anderen ist willkommen.
Denn ohne diese Hilfe wird nichts aus meiner Performance. Ich könnte sehr wohl aus dem Gedächtnis ein paar Werbespots zitieren und sehr bildhaft in Sprache fassen (und ich werde das auch tun), aber die sind allesamt gut zehn Jahre alt und dem jüngeren Publikum nicht mehr bekannt. Was mir fehlt, ist aktuelles Material.
Eine endgültige Zusage, ob ich diese Form der "Lesung" geben kann, werde ich leider erst vier Wochen vorher geben können. Mir kann zu leicht etwas dazwischen kommen, und ich habe mir wirklich eine Menge vorgenommen.